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Das perfekte Stockbrot

Alles was du zum Thema Stockbrot wissen musst.

Wolfi liebt Stockbrot. Wenn es Abend wird und ein Lagerfeuer in der Nähe ist, bekommt Wolfi immer Lust auf ein leckeres Stockbrot. Weil er schon so viele unterschiedliche Stockbrote gebacken hat, kann er euch viele spannende Tipps für euer perfektes Stockbrot geben. Seine Ideen kannst du ausprobieren und schauen, ob du auch so ein Stockbrot-Fan bist wie Wolfi - und selbst entscheiden was dir am besten schmeckt.

Grundrezept

Das Grundrezept von Stockbrot ist einfach, denn es besteht nur aus 4 Zutaten.

Rezept für ein Stockbrot (80g):

  • 50g Mehl
  • 1/10 Päckchen Trockenhefe
  • 0,3g Salz
  • 30ml lauwarmes Wasser

 

Anleitung um vom Rezept zur Stockbrot zu kommen:

1. In einer großen Schüssel oder in einem Hordentopf das Mehl, die Trockenhefe und das Salz vermischen. 

2. Die vermischten Zutaten und das lauwarme Wasser gut zu einem Teig kneten. Der Teig sollte weich, nicht mehr klebrig und elastisch sein.

3. Den Teig dann abdecken und an einem warmen Ort für etwa 2 Stunde gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

 

Tipps von Wolfi:

  • Stockbrot ist extrem günstig. Wenn du 1.6kg Stockbrot für ca. 20 Portionen zubereitet, kostet dich das ganze etwa 1€, somit kostet ein Stockbrot nur 0,05€.
  • Versuche das Verhältnis Wasser 3 und Mehl 5 genau einzuhalten, damit dein Teig die perfekte Konsistenz hat.
  • Behalte dir etwas Mehl in Reserve, damit du nach dem Gärvorgang noch etwas übrig hast, falls du doch zu viel Feuchtigkeit im Brotteig hast.
  • Du kannst dein Stockbrot auch mit Backpulver machen. Das ist schneller, einfacher, risikoarmer. Hefeteig ist allerdings fluffiger.
  • Du kannst der Hefe etwas Zucker hinzugeben, damit die Hefe etwas mehr “fressen” hat.
  • Du kannst deinem Teig etwas Olivenöl hinzufügen, denn das verbessert die Geschmeidigkeit des Teigs.
  • Wenn du es dir noch einfacher machen willst, kannst du eine Brotbackmischung kaufen, z.B. Ciabatta.
  • Wenn du es eilig hast, dann solltest du die Menge der Trockenhefe dem Rezept entsprechend zubereiten. Falls du mehr Zeit hast, kannst du die Hefe reduzieren und den Teig länger gehen lassen. Das lässt dein Stockbrot weniger nach Hefe schmecken.

Aber was ist Hefe überhaupt?

Habt ihr euch jemals gefragt, wie Stockbrot so fluffig und lecker wird, obwohl dort fast nur Mehl und Wasser drinnen ist? Das Geheimnis ist eine winzige Kreatur namens Hefe. Hefe ist ein winziger Einzeller, den man mit bloßem Auge nicht sehen kann. Er ist so klein, dass man ein Mikroskop braucht, um ihn zu erkennen. Wenn sich 100 Hefezellen aufeinanderstellen, wären sie zusammen 1mm hoch.

 

Die Hefe liebt es, in warmen und feuchten Umgebungen zu leben. Wenn wir Stockbrot-Teig machen, geben wir der Hefe etwas zu essen, wie zum Beispiel Zucker oder Mehl, und fügen warmes Wasser hinzu. Die Hefe isst den Zucker oder das Mehl und verwandelt es in winzige Bläschen, die Gas enthalten.

 

Diese Bläschen lassen den Stockbrotteig aufgehen, sodass er doppelt so groß wird. Es ist, als ob die Hefe kleine Luftballons im Teig aufbläst. Nachdem der Teig genug Zeit zum Aufgehen hatte, backen wir ihn auf dem Feuer. Während des Backens wird die Hefe durch die Hitze verjagt und die Bläschen im Teig bleiben zurück.

 

Auch in der Luft befindet sich etwas Hefe, die wird als Wildhefe bezeichnet. Hefepilze kannst du aber auch in trockener oder feuchter Form in jedem Supermarkt kaufen - und dann zum Backen verwenden.

 

Ist das nicht erstaunlich?

Und was bedeutet eigentlich der “Type-Wert” von Mehl?

Auf den meisten Mehl-Packungen steht Type 405. Aber was heißt das eigentlich?

Der "Type" Wert von Mehl gibt an, wie fein oder grob das Mehl gemahlen wurde. Je niedriger der "Type" Wert ist, desto feiner wird das Mehl gemahlen. Zum Beispiel hat Weißmehl einen niedrigen "Type" Wert, während Vollkornmehl einen höheren "Type" Wert hat.

Aber was bedeutet das für unser Stockbrot? Nun, je feiner das Mehl gemahlen ist, desto leichter kann es sich mit anderen Zutaten vermischen und desto glatter wird der Teig. Das ist wichtig, um einen schönen und gleichmäßigen Stockbrotteig zu bekommen.

 

Auf der anderen Seite hat grob gemahlenes Mehl, wie Vollkornmehl, einen höheren "Type" Wert. Das bedeutet, dass es gröbere Partikel enthält, wie zum Beispiel die Schale des Getreides. Das grobe Mehl gibt dem Teig eine etwas rustikale Textur und kann auch mehr Ballaststoffe enthalten, die gut für unseren Körper sind und besser sättigen.


So geht die Zubereitung - vom Stock bis zum Brot

Der perfekte Stock muss mindestens 1m lang und möglichst gerade sein. Damit dein Stockbrot beim Drehen nicht zu sehr schwingt, sollte sich der Stock nur wenig biegen lassen. Die Stelle, an der dein Stockbrot sein soll, muss vorher mit einem Taschenmesser von Dreck befreit werden. Dann formst du ca. 80g Teig zu einer Wurst und wickelst ihn Spiralförmig auf deinen Stock. Achte darauf, dass er gleichmäßig dick auf deinem Stock ist. Backe das Stockbrot über rötlich gelber Glut so lange, bis du es essen willst.

 

Tipps von Wolfi:

  • Du kannst dir eine kleine Astgabel suchen und vor dir in den Boden stecken. Dort kannst du deinen Stock hereinlegen
  • Wenn du Stockbrot planst und deine Stöcker in der Nähe sind, kannst du dir im Baumarkt Besenstiele besorgen oder im Internet für wenig Geld Stöcker bestellen.
  • Mach das Stockbrot nicht zu dick und nicht zu lang auf dem Stock. Dünnere, kleinere Stockbrote sind einfacher zu backen.
  • Du kannst Stockbrot auch auf einem Stein, auf einem Grillrost oder in deinem Kochgeschirr zubereiten. 
  • Wenn ihr kein Feuer habt, dann lassen sich alle Varianten auch im Backofen als eine Art Pizza Brötchen backen.
  • Messertest: Mit einem Messer kannst du vorsichtig in den Teig stechen und es dann wieder herausziehen - klebt noch Teig am Messer, lässt du es noch weiterbacken. Klebt kein Teig mehr am Messer? Dann guten Appetit! 
  • Das Feuer am besten schon eine Stunde vorher entfachen und für viel Glut sorgen. 
  • Halte dein Stockbrot nicht in die Flamme, sonst wird dein Stockbrot außen schwarz und bleibt innen roh.

Varianten von Stockbrot - süß und herzhaft

Stockbrot-Varianten lassen sich grob in zwei Bereiche teilen, herzhaft und süß. Wölflinge mögen eher die süßen Varianten und Rover oft eher die herzhaften. Du kannst die Zutaten entweder in den Teig einmixen oder später individuell in jedes Stockbrot einzeln einkneten.

Hier sind ein paar meiner Lieblings-Varianten. Die Zutaten musst du in den oben genannten Basisteig hinzufügen. Die Mengen sind je Stockbrot angegeben, können aber nach Bedarf angepasst werden.

Süße Optionen:

  • Schoko: 5g Schokodrops, 1g Vanillezucker
  • Apfel-Zimt: 5g Apfelstücke, 1g Zimt (Optional kannst du das Wasser durch Apfelsaft ersetzen)
  • Honig-Nuss: 5g kleingehackter Nussmix, 1g Agavendicksaft/Honig
  • Rosinen-Mandel: 2g Rosinen, 2g gehackte Mandeln 
  • Raffaello 3g Kokosraspel, anstatt Wasser Kokosmilch, gehackte weiße Schokolade

 

Herzhaft Optionen:

  • Pizza: 0.5g Pizzagewürz, 3g Streukäse, 2g klein geschnittene Zwiebeln, 2g Räuchertofu.
  • Knoblauch: 1g Knoblauchpulver
  • Sonnenblume: Sonnenblumenkerne (Dazu passt Roggenmehl)
  • Cashew: 2g Cashewmus, gehackte Cashewkerne
  • gehackte selbstgepflückte Wildpflanzen
  • Mexiko: 3g Mais, 2g rote Zwiebeln, 0,5g Salsa-Gewürz

 

Tipps:

  • Unterschätze nicht, wie viele Personen gerne Stockbrot ohne Extras mögen. 
  • Wenn du keine Zwiebeln schneiden willst, kannst du auch Röstzwiebeln verwenden.
  • Manche Zutaten kannst du auch am Ende auf das fertige noch warme Brot schmieren. Dafür eignen sich besonders Schokocreme, Kräuterbutter oder jede Art von veganen Frühstücksaufstrichen.
  • Probiere doch mal dein eigenes Stockbrot mit deinen Lieblingszutaten aus.
  • Wenn du in den fertigen Teig eine feuchte Zutat gibst, dann musst du auch noch Mehl hinzugeben, damit der Teig nicht zu sehr klebt.​​​​​​​

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